One-Way-Ticket nach Weg, bitte!

One-Way-Ticket nach Weg, bitte!

Foto: www.kreative-entfaltung.de

„Ein One-Way-Ticket nach Weg, bitte!“ Der Volksmund hat einmal gesagt, man soll gehen wenn es am schönsten ist und das werde ich jetzt tun. Ich habe kein Haus gebaut, keinen Stammeshalter gezeugt und einen Baum habe ich auch noch nicht gepflanzt. Aber ich gehe jetzt. Hier habe ich genug gesehen um zu wissen, dass ich hier wohl eher nicht mehr so viel zu erledigen habe. Denn hier trete ich auf der Stelle. Ich wurde geboren, habe gelebt, habe erlebt, dass geliebte Menschen und Tiere vor mir sterben und ich werde sicher auch irgendwann vor jemandem sterben der mich mag. Hoffentlich. Ich habe Karriere gemacht und die Karriere einfach hingeschmissen. Ich habe geliebt und wurde geliebt, wurde geliebt und habe nicht geliebt - und ich habe geliebt und wurde nicht geliebt.

 

Das letzte ist scheiße! Mehr als ein oder zwei Mal brauche ich das nicht. Echt nicht… ist wirklich blöd. Echt jetzt mal… das habe ich gerade wieder hinter mir. Wahrscheinlich schreibe ich genau deswegen auch diesen Text. Ich habe gelernt und vergessen, bin schlau und manchmal gucke auch ich dumm aus der Wäsche.

 

Aber genug davon. Warum ich diesen Kram hier schreibe weiß ich gar nicht so genau, aber manchmal tut es einfach gut einen Text zu schreiben den ich nur selbst verstehe. Naja, den ich selbst zu verstehen glaube… spätestens beim Korrektur lesen verstehe ich die ein oder andere Passage selbst nicht mehr, aber es reicht ja auch wenn mich der Text versteht, zumindest in diesem Moment – der Moment in dem sich das weiße Blatt mit Worten füllt.

 

Tagebuch schreiben soll auch helfen, habe ich schon ausprobiert. Ich schreibe immer nur in dieses doofe Buch, wenn es mir nicht gut geht. Ich finde den Gedanken frustrierend, später als der in Erinnerung zu bleiben, der immer nur schlecht drauf war. Steht ja schließlich nix anderes drin. Im Tagebuch, also in meinem Tagebuch. Und deswegen schreibe ich Texte, wenn ich melancholisch bin, texte Texte, wenn ich kreativ bin… Melancholie ist gut für die Kreativität, hat mal ein gebildeter Mann gesagt.

 

Aber worauf wollte ich eigentlich hinaus? Hinaus ist das Stichwort…?!? hinaus, hinfort, hinterher… hinWEG… ich will nach Weg, jetzt fällt es mir wieder ein. Ich will aufhören, wenn es am schönsten ist, weil ich genug gesehen habe und weil ich gerade traurig bin. Woanders ist es ja eh am besten und wenn ich den vielen schlauen Weisheiten vertraue, sollte ich einfach mal alles hinter mir lassen, weil das Leben ja vor mir liegt. Jetzt komme ich langsam in ein kreatives Dilemma, breche Grammatikregeln und melancholisch bin ich auch fast nicht mehr. Gut, dass ich kein Tagebuch schreibe, sonst würde da für den 12. Dezember 2013 etwas Trauriges drin stehen, obwohl ich jetzt gar nicht mehr so traurig bin. Und weil ich niemals in Tagebücher schreibe, wenn es mir gut geht, hätte der Tag in meinem Tagebuch auch kein gutes Ende.

 

Texte schreibe ich übrigens auch wenn es mir gut geht, deswegen spricht an dieser Stelle auch nichts gegen ein gutes Ende. Und weil ich auch kreativ bin, wenn es mir gut geht, höre ich jetzt nicht einfach auf zu schreiben. Viel mehr nutze ich diesen Text als Zeugnis dessen was auch der Volksmund sagt. Ich habe es mir einfach mal von der Seele geschrieben.

 

Diesen Text veröffentliche ich auf meiner Website um zu zeigen, dass ein Text nicht immer Sinn und Verstand haben muss – und noch weniger muss er einen roten Faden oder ein logisches Ende haben. Viel wichtiger ist doch, dass es mir von Wort zu Wort, von Zeile zu Zeile besser geht. Versucht es doch auch mal. Schreibt eure Gefühle und Gedanken auf ein Blatt Papier, so wirr und konfus sie auch sein mögen. Ihr werdet sicher ganz schnell merken, dass es auch euch von Wort zu Wort besser geht.

 

Testet es einfach mal mit einem kleinen Zettel und einem Wort oder einem Satz...

 

"Im Büro war es heute so... unausschreibbar!" oder

 

"Dieser Tag kann mich mal, der braucht sich nicht noch einmal blicken lassen!"

 

Verbindet diesen Satz ganz fest mit dem was ihr in diesem Moment fühlt. Ihr werdet sehen, es muss nicht immer gleich das One-Way-Ticket nach Weg sein. Manchmal reicht es auch ein paar doofe Gedanken aufzuschreiben... aus dem Kopf, auf das Papier, aus dem Sinn. Und wenn ihr wollt, zerreißt oder verbennt anschließend diese doofen Gedanken.

 

Viel Spaß dabei…

 

 

Autor: Michael Schütze © (Datum der Erstveröffentlichung 12. Dezember 2013)

 

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